



Auch hier war am Pfingstwochenende ein Teamfahrer des Hofer Radteam-RCPH am Start. Für Christian Höra erfolgte der Start bei herrlichstem Wetter am Freitag, dem 22. Mai um 10:44 Uhr auf dem Marktplatz in Oschatz als drittletzter Starter.
Auf der gleichen Strecke wurden parallel auch die Europameisterschaften im supportet Ultracycling durchgeführt. Beide Wettbewerbe waren mit Welt- und Europameistern so wie Weltrekordinhabern stark besetzt. In der Unsupported-Kategorie ging beispielsweise Christoph Strasser (Mehrfacher Sieger des RAAM und 24-Stunden Weltrekordhalter) vor hervorragend organisierter Kulisse auf die Strecke.
Es wurde eigens für das Event der Marktplatz zur Showbühne mit Videoleinwand, DJ und Ganztagesmoderation umfunktioniert.
Die erste Etappe, über 178 km mit 750 Höhenmeter eher flach, führte zunächst nach Westen, in Richtung Leipzig, und anschließend nach Süden. Der erste Checkpoint befand sich in Kohren-Salis und war Christians zweiter Stopp, nachdem er nach ca. 100 km den Tank auffüllen musste. Als Unsupported-Fahrer, musste er sämtliches Equipment selbst mitführen oder an für alle zugängliche Orten kaufen. Nichts zuletzt durch diese Zwangspause schloss der mehrfache TCR-Gewinner Strasser auf, der nur 14 Minuten nach Christian gestartet war. Bis zum ersten Checkpoint wurde er, Strasser, Christian nicht mehr los, und so konnten die beiden auch ein paar Worte wechseln. Auch auf den folgenden Kilometern, in Richtung Chemnitz und anschließend Vogtland, wurde der Abstand nicht merklich größer. Nach ca. 300 km, konnte Strasser der mit TT-Bike und Zeitfahrscheibe und eher minimalistischem Setup angetreten ist, seine Wattzahlen halten und vergrößerte seinen Vorsprung. Der zweite Abschnitt führte auf den Fichtelberg und war mit 3500 Höhenmeter alles andere als flach. Dennoch liegen Christian die Berge und fühle sich hier eher zu Hause als in Aeroposition im Flachen.
An der Strecke standen besonders viele Sportbegeisterte, die alle Fahrer/innen anfeuerten. Nach ein paar 300 m Anstiegen ging es bei Rittersgrün in den finalen 500 m Anstieg zum Fichtelberg und damit in die erste Nacht.
Die Tour führte dann ins Osterzgebirge und blieb extrem hügelig. Die 3. Etappe Richtung Zittau mit über 200 km und 3200 Höhenmetern nagte allmählich an den Reserven. So kamen einem die 8 °C im Morgengrauen vor wie Minusgrade. Auch Motivationstechnisch war Christian etwas unterkühlt. Ein 10 min Powernap in einer Bushaltestelle brachte aber neue Energie. Auf dem 4. Abschnitt Richtung Görlitz und Oberlausitz wurde es allmählich wieder flacher. Nach gut 700 gefahrenen Kilometern schlossen dann auch die besten Supported-Fahrer, mit ihren Begleitfahrzeugen auf. Ein Vorteil ist, dass man sich um nichts kümmern muss. Das ist vor allem an heißen Tagen von Vorteil. Christian konnte sich gar nicht mit so viel Wasser versorgen wie eigentlich notwendig gewesen wäre. Nach Checkpoint 4 bei Niesky war es endgültig flach und damit auch im Kopf wieder eintönig und wenig abwechslungsreich. Lukas Kaufmann, auf Platz 2 in der Supported-EM liegend, löste in Christian die zweite Luft aus, biss sich fest und konnte mit meiner voll bepackten Rennrad mit Kaufmann auf seiner Zeitfahrmaschine mithalten. So fuhren sie die letzten 100 km fast gemeinsam durch (natürlich ist Windschattenfahren verboten). Am letzten „Anstieg“ kurz vor Oschatz konnte Christian die letzten Reserven zünden, sich an Kaufmann vorbeischieben und das Rennen nach 35h und 21min auf Platz 2 vor vielen Zuschauern, die alle begeistert, empfingen in den frühen
Abendstunden in Oschatz beenden.
Christoph Strasser kam knapp 4 Stunden vor Christian an. Der Radcomputer zeigte schlussendlich 911 gefahrene Kilometer, 10036 Höhenmeter, knappe 3,5 h
Standzeit 29312verbrauchte kcal an.
O’Ton Christian Höra – Highlight und eine echte Motivation waren die hervorragend organisierten Checkpoints, das Rennen gegen eine Legende unseres Sports und die Erkenntnis, dass man auch unter größter Erschöpfung immer noch ein Schippe Energie drauflegen kann.

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